Frauen am Zug – Jahresaktion 2007/08 fuer mehr Frauen in Freiwilligen Feuerwehren

Ein Projekt im Rahmen des Modellprogramms -Generationen uebergreifende Freiwilligendienste- des Bundesministeriums fuer Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Frauen sind in der Feuerwehr noch immer unterrepraesen­tiert. Der Anteil der weiblichen Angehoerigen im aktiven Dienst ist in den vergangenen Jahren langsam auf derzeit circa sieben Prozent gestiegen. Dabei ist in den alten Bundeslaendern der Anteil mit knapp sechs Prozent im Durchschnitt dabei deutlich niedriger als in den neuen Bundeslaendern, wo er bei rund elf Prozent liegt. Eine staerkere Beteiligung ist in den Jugendfeuerwehren zu verzeichnen. Dort sind durchschnittlich mehr als 20 Prozent der Mitglieder Maedchen, wobei hier kein großer Unterschied zwischen den neuen und alten Bundeslaendern festzustellen ist.

Langfristig strebt der Deutsche Feuerwehrverband an, den jetzigen Mitgliederstand der Feuerwehrfrauen im aktiven Dienst zu verdoppeln. Maedchen und Frauen sollen verstaerkt fuer buergerschaftliches Engagement gewonnen werden. Letztlich haengt davon auch ab, die Leistungsfaehigkeit des Brand- und Katastrophenschutzes langfristig zu sichern.

Damit dies gelingt, wurde im Jahr 2005 vom DFV unter Beteiligung der Deutschen Jugendfeuerwehr ein For­schungsprojekt „Maedchen und Frauen in der Feuerwehr“ initiiert. Mit finanzieller Unterstuetzung des Bundesminis­teriums fuer Familie, Senioren, Frauen und Jugend ging ein Forschungsteam (Prof. Angelika Wetterer, Dr. Margot Poppen­husen, Dr. Anja Voss) zunaechst einmal auf die Suche nach Gruenden fuer das Fernbleiben von Frauen in der Feuerwehr. Diese lagen beispielsweise in der mangelnden Vereinbarkeit von Ehrenamt und Familie, aber auch in den Umgangsfor­men sowie in der mangelnden Sichtbarkeit von Feuerwehr­frauen als ein ganz normaler Bestandteil der Feuerwehr.

Anschließend wurden Leitlinien fuer Modellprojekte entwickelt, die die Integration von Maedchen und Frauen in die Feuer­wehr foerdern. Den Abschlussbericht der Forscherinnen gibt es als Download sowie auf einer CD, die beim Bundesminis­terium kostenfrei angefordert werden kann. Zudem wurde der Bericht allen Stadt-, Kreis- und Landesfeuerwehrverbaen­den zugesandt.

In einem Folgeprojekt im Rahmen des Programms „Genera­tionsuebergreifende Freiwilligendienste“ des Bundesministe­riums fuer Familie, Senioren, Frauen und Jugend werden die Modellprojekte durch geeignete Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehoert etwa eine bessere OEffentlichkeitsarbeit fuer Feu­erwehrfrauen ebenso wie bundesweite Regionalkonfe­renzen, auf denen Moeglichkeiten zur Fortbildung und Ver­netzung angeboten werden. Auch eine Bundeskonferenz fuer die Deutsche Jugendfeuerwehr wurde durchgefuehrt. Hinzu kommt der Internetauftritt www.feuerwehrfrauen-netz­werk.org, auf der Veranstaltungshinweise, Handreichungen, Kontaktdaten und Fachempfehlungen veroeffentlicht werden. Einen weiteren Baustein bilden die Handreichungen zu den Themen „Vereinbarkeit von Beruf und Ehrenamt“, „Verein­barkeit von Familie und Ehrenamt“, „Schwangerschaft und Feuerwehrdienst“ sowie „UEbertritt statt Austritt – UEbergang von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung“. Auch diese Materialien wurden an die Basis versandt – die anhal­tend hohe Nachfrage sowie die Zahl der Downloads von der Website zeugt vom Bedarf und Interesse vor Ort.

Die organisationsinternen Maßnahmen werden durch Veran­staltungen auf Laenderebene weitergefuehrt: Vom Truppfueh­rerlehrgang mit Kinderbetreuung (Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt) ueber teils laenderuebergreifende Regio­nalkonferenzen und die Schulung fuer geschlechtergerechte OEffentlichkeitsarbeit bis hin zur Begleitung des UEbergangs von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung. Hinzu kommen Schulungen fuer Multiplikatorinnen und Multiplika­toren und ein Mentoring-Projekt.

Die Feuerwehr-Jahresaktion „Frauen am Zug“ ergaenzt nun diese eher nach innen gerichteten Maßnahmen. Vielfach ist das Bild der Feuerwehr in der Oeffentlichkeit nicht zeitgemaeß: Freiwillige Feuerwehr beinhaltet heutzutage nicht mehr nur Feuer loeschen wie vor ueber 150 Jahren, als die ersten Feuerwehren von ehrenamtlich engagierten Menschen gegruendet wurde. Das Einsatzspektrum hat sich vor allem in den letzten Jahren gewaltig vergroeßert. Um das Netz der hel­fenden Haende am Leben zu erhalten, benoetigen wir Einsatz­kraefte, die in ihrer Vielseitigkeit dem vielfaeltigen Ein­satzgeschehen gleichkommen – die Feuerwehr-Jahresaktion „Frauen am Zug“ ist hier ein weiterer Schritt auf dem richti­gen Weg.

weitere infos unter: www.frauen-am-zug.de