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Vor 10 Jahren bedrohte das Hochwasser Gronau und Epe

Einsatzinfos

  • Alarmierungszeit: 27.08.2010 - 29.08.2010
  • Einsatzstichwort: Hilfeleistung
  • Einsatzadresse: Stadtgebiet
  • Einsatzort: Gronau

(bü)

Am 27. August 2010 trat die Dinkel an verschiedenen Stellen über die Ufer. Der nachfolgende Einsatzbericht stammt aus 2010.

Durch erhebliche Niederschläge am Donnerstagabend im Norden des Kreis Borken, musste die bereits bestehende Großschadenslage am Freitag Abend auf die Stadt Gronau erweitert werden. Die durch die Ortsteile Gronau und Epe  fließende Dinkel war über die Ufer getreten und hatte weite Teile der Eper Innenstadt sowie die Bahnhofstraße in Gronau überschwemmt. Außerdem bedrohten die Wassermassen das Gronauer St. Antonius Hospital.

Nach bekanntwerden der drohenden Flutwelle wurden auf der Ahauser Straße in Epe zunächst 2 Sandwälle errichtet, um die Wassermassen zu leiten und das tiefer liegende Zentrum von Epe zu schützen. Das zwischen den Sandwällen liegende Hotel Schepers wurde mit Sandsäcken geschützt. Außerdem wurde versucht, eindringendes Wasser unverzüglich wieder abzupumpen.

Der stetig steigender Wasserpegel überflutete dann einige Straßen in Epe, da die Wassermassen unaufhaltsam durch den Eper Park Ihren Weg suchten. Die Kellerräume der Volksbank drohten ebenso zu überfluten wie die Kellerräume zahlreicher Anlieger. Mit Hilfe engagierter Bürger wurden Sandsäcke gefüllt und verteilt.

Zahlreiche Straßen im Überschwemmungsgebiet der Dinkel waren unpassierbar. Das Gerätehaus in Epe als Sammelplatz und Anlaufstelle musste geschlossen werden, da dieses durch die Wassermassen auf umliegenden Straßen nicht mehr erreichbar war.

Da die Wassermassen weiter nach Gronau strömten, war auch das St. Antonius Hospital in Gronau bedroht. Eine Sandsackbarriere sowie ein Erdwall wurden mit Hilfe von geliehenen Treckern und Anhängern von Tiefbau- und Gartenbaubetrieben erstellt, um die Kellerräume vor Überflutung zu schützen. Wäre dies nicht gelungen, hätten die Technikräume in den Kellergeschossen geflutet werden können. Dies hätte die Evakuierung des Krankenhauses erfordert, da dieses nicht mehr funktionstüchtig gewesen wäre.

Die Wassermassen zogen weiter durch die Innenstadt von Gronau und setzten dort die Bahnhofstraße unter Wasser.

Einsatzkräfte aus Gronau und Epe waren von Freitag bis Sonntag im Einsatz. Da das Wasser ebenfalls in den Nachbarstädten Ahaus und Heek erhebliche Schäden anrichtete, waren dort bereits die Wehren des Kreis Borken im Einsatz. Eine Ablösung der erschöpften Gronauer Kräfte erfolgte daher auf Anforderung durch die Bezirksregierung Münster aus allen 5 Regierungsbezirken unseres Landes Nordrhein Westfalens. Hierbei waren neben Kräften der Feuerwehr auch das DLRG und das DRK im Einsatz. Die Herkunft einzelner Einheiten war z.B. Bonn, Köln, Siegen, Warendorf, Detmold, Paderborn, Arnsberg, Coesfeld, Recklinghausen usw. Eine genaue Herkunft aller eingesetzten Kräfte ist leider nicht möglich, da alle Regierungsbezirke eigene Verbände für Großschadenslagen bereithalten und nur diese angefordert werden. Der Ortsverband Gronau des Technischen Hilfswerk wurde frühzeitig in den Einsatz eingebunden, ebenfalls die beiden Ortsvereine des Deutschen Roten Kreuzes der Stadt Gronau.

Auf Anforderung des Krisenstabes der Bezirksregierung Münster wurde die Berufsfeuerwehr Köln tätig und lieferte 16.000 gefüllte Sandsäcke, 82.000 leere Sandsäcke, 2 Sandfüllmaschinen sowie Deichfolie in 191 Gitterboxen nach Gronau.

Als Bereitstellungsplatz wurde das Sanitätsdepot der Bundeswehr in Epe genutzt. Alle auswärtigen Einheiten fuhren dieses Gelände an und wurden dann von dort aus eingesetzt. Nach ca. 12 Stunden wurden die einzelnen Einheiten erneut ausgelöst.

Von der Feuerwache in Gronau wurde der Einsatz über den Einsatzleitwagen geführt und dokumentiert. Im späteren Einsatzverlauf wurde dieser durch den ELW 3 der Feuerwehr Münster und dem Stab des Kreis Borken abgelöst. Außerdem war das Ordnungsamt der Stadt Gronau während des Einsatzes ständig besetzt. Im Rathaus wurde eine Hotline geschaltet.

Über 4000 Kräfte waren am Wochenende in Gronau im Einsatz.

Neben allen Einsatzkräften möchten wir uns besonders bedanken bei:
– Hagebau Epe, der uns 3 LKW mit Fahrern für den Transport von über 400 t Sand und Sandsäcken gestellt hat
– Küchenpersonal des St. Antonius Hospitals, die uns über 4000 Portionen Essen zubereitet haben
– Berning Gartenbau
– Terdenge Gartenbau
– Schmitz Tiefbau
– Bröcker Tiefbau
– Tankstelle Segbert, die alle Einsatzfahrzeuge rund um die Uhr betankt haben
– Reifen Kamps, der einen defekten LKW Reifen am Sonntag gewechselt hat
– allen Arbeitgebern der Feuerwehrkameraden, die Ihre Mitarbeiter freigestellt haben
– den Mitarbeitern des Bauhofes und des Ordnungsamtes der Stadt Gronau
– Getränkehandel Stichling und Hewing
– der Bevölkerung, die uns tatkräftig unterstützt haben
– und nicht zuletzt dem Anrufer aus Ahaus, der uns seine Hilfe angeboten hat, da die dortige Feuerwehr seinen Keller geschützt hat
– und vielen anderen

Berichte auswärtiger Organisationen:
Einsatzbericht der Feuerwehr Attendorf
Technisches Hilfswerk Ortsverein Gronau
Kreisfeuerwehrverband Paderborn